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Friedrich Sebastian Feichter Homo Solaris I Rezension I Galerie I
Seit Jahren halten sie Friedrich Sebastian Feichter in ihrem Bann: die "homines solares", die "Sonnenmenschen". Unter des Künstlers Hand entstanden und entstehen dabei immer wieder neue, feingliedrige Geschöpfe von zerbrechlicher Schönheit und Leichtigkeit. Es sind diese mit der Natur eng verbundene Wesen, die das erreicht haben, wonach wir uns alle sehnen: Ein Leben in Harmonie und Ausgeglichenheit; ein Leben in Eintracht mit der Welt, mit der Natur, mit sich selbst. Sie sind geistige Geschöpfe einer uns fernen Zeit, einer weit entfernten Zukunft.
Das ist die sehr persönliche Vision Feichters, eine Idee, die der Künstler in Materie umgesetzt hat, damit auch wir an seiner Gedankenwelt teilnehmen können. Wir tauchen ein in eine Welt voll kosmisch metaphysischer Kräfte, in der das ganze All und alle Materie von Geist durchdrungen sind. Eine Welt, in der die Menschen, Pflanzen und Tiere aus ein und derselben Idee, aus ein und derselben Energie entstanden sind. Und diese Energie ist nichts anderes als die reine Liebe - die Liebe zu der es zurückzukehren gilt: Sie ist die eigentliche Kraft, die alles bewegt, durch sie erst entwickelt sich der Mensch weiter. Mit ihr als Antrieb haben die Sonnenmenschen eine derart hohe Evolutionsstufe - den Übergang zu rein geistigen Daseinsformen - erreicht und zur Harmonie gefunden.
Der Betrachter wird einfühlsam in Feichters Welt eingeführt. Seine Sonnenmenschen sind nicht aggressiv oder provozierend. Sie berühren aber dennoch. Die "homines" verleiten zum Nachdenken, ohne zu schockieren. Ruhe und Geborgenheit ist ihre einfach verständliche Botschaft und so sind sie ein geistiger Gegenpol zu einer Welt, die häufig von Materialismus und Oberflächlichkeit dominiert wird. Die Sonnenmenschen helfen uns dabei, in uns zu gehen, über uns, unser Verhältnis zur Welt, unser Verhältnis zur Natur nachzudenken.
Gabriele Crepaz schreibt über Feichter:
"Fritz' Werke sind bodenständig und zugleich abgehoben wie er selbst, wenn er von seinen Enten, Hennen und Pfauen erzählt und dann plötzlich über das Leben zu philosophieren beginnt."
Bodenständig und zugleich abgehoben: Das ist letztendlich das Schone an der Kunst Feichters: Sie ist nicht konstruiert oder auf den Effekt aus, wo möglich dem Zeitgeist hinterher rennend. Nein, sie ist unverkrampft und echt. Mit ihr drückt Fritz ganz einfach das aus, was er fühlt, was er denkt, wovon er träumt, woran er glaubt. Und das ist zeitlos.


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